Drei Deutsche bei NBA-Draft dabei
New York (dpa) - Drei deutsche Basketball-Nationalspieler hoffen auf eine Karriere in der nordamerikanischen Profiliga.
Wenn am 24. Juni im Madison Square Garden von New York der traditionelle NBA-Draft über die Bühne geht, dann sind bei der großen Talentbörse der besten Basketball-Liga der Welt auch Tibor Pleiß vom Double-Gewinner Brose Baskets Bamberg, Tim Ohlbrecht von den Telekom Baskets Bonn und Elias Harris, der zuletzt am US-College der Gonzaga University aktiv war, dabei. Das Trio hofft auf ein Engagement und eine ähnlich steile Karriere wie sie Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks geschafft hat.
«Die NBA ist mein Traum», sagte Center Pleiß, dem die größten Chancen auf einen NBA-Vertrag eingeräumt werden. Angeblich soll es bereits eine Absprache mit den Oklahoma City Thunder geben, doch vor der große Talentshow unmittelbar nach Saisonschluss gibt es auch viele Spekulationen.
Bundestrainer Dirk Bauermann freut sich über das neue Interesse an deutschen Spielern in der NBA. Dennoch würde er es am liebsten sehen, wenn die neue deutsche Generation, zu der auch noch der Ulmer Robin Benzing gehört, ein bisschen mit dem Sprung über den großen Teich warten würden. «Die Jungs sollten wenigstens noch ein Jahr in Europa bleiben», sagte Bauermann der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt traut er allen aber ein Engagement in der NBA zu. «Benzing, Harris und Pleiß haben eine gute Chance, in zwei Jahren in der NBA zu spielen», sagte der Nationalcoach.
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Benzing hatte zuletzt zwar bei einer Pre-Draft-Veranstaltung in Treviso vorgespielt, seine Teilnahme an der Lotterie dann aber doch zurückgezogen, um noch ein Jahr bei Ulm in der Bundesliga zu spielen. Ohlbrecht spielte zuletzt bei den Minnesota Timberwolves vor, um seine Chancen für einen Vertrag in den USA auszuloten.
«Für Tim ist es in erster Linie eine wertvolle persönliche Erfahrung, sich gegen die starke US-Konkurrenz zu beweisen», sagte Bonns Trainer Michael Koch. «Selbst wenn er ein Angebot bekäme, muss er es ja nicht annehmen», meinte der Europameister von 1993. Allerdings hat Ohlbrecht eine Option in seinem noch ein Jahr laufenden Vertrag, die Bonner im Falle eines Lockrufes aus der NBA verlassen zu dürfen.
«LALA-Land»: Lakers-Basketballer feiern «Sweet 16»
Los Angeles/Boston (dpa) - Der Schampus spritzte in Strömen, die Multi-Millionäre hüpften und schrien unter den Fontänen wie Kinder: «LALA-Land» im Ausnahmezustand. Feuchtfröhlich feierten die Los Angeles Lakers ihre «Sweet 16», die 16. Meisterschaft in der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA.
«Ich fühle mich, als wenn ich in einer anderen Dimension lebe. Es ist unglaublich», meinte Pau Gasol nach der Titelverteidigung. In einem echten Endspiel hatten sich die Lakers am 17. Juni in der siebten und entscheidenden Partie mit 83:79 gegen die Boston Celtics durchgesetzt.
Selbst US-Präsident Barack Obama war vom Basketball-Bestseller zwischen den Erzrivalen begeistert. In einem Telefonat gratulierte er Trainer Phil Jackson und betonte, dass die Finalserie großartig und der Rivalität zwischen beiden Teams absolut würdig gewesen sei. Auch die Fernsehmacher rieben sich die Hände. Der Showdown hatte dem übertragenden TV-Sender «ABC» mit 28,2 Millionen Zuschauern den besten Wert für ein Basketballspiel seit 1998 beschert. Die gesamte Finalserie verfolgten im Schnitt 18,1 Millionen Fans - so viele wie seit neun Jahren nicht mehr.
Nach dem ersten Erfolg der Lakers gegen Rekordmeister Boston (17 Titel) seit 23 Jahren wird vor den Toren Hollywoods filmreif bis zum 21. Juni weitergefeiert. Dann präsentieren Superstar Kobe Bryant und Co die Larry OBrien-Trophy auf einer Parade. Nach dem Titelgewinn im Vorjahr gegen die Orlando Magic kamen nur rund 95 000 Fans, diesmal hingegen werden auf dem knapp drei Kilometer langen Abschnitt vom Staples Center zum Campus der University of Southern California zwischen 500 000 und zwei Millionen Menschen erwartet. Zwei Millionen Dollar lassen sich die Lakers die Sause kosten - eine Championship gegen Boston gibt's schließlich nicht alle Tage.
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Anschließend geht es dann um weitaus höhere Beträge. Der Vertrag von Meister-Macher Phil Jackson endet. Nach seinem elften Titelgewinn, dem fünften mit den Lakers, ließ der 64-Jährige seine Zukunft offen. Er hat die Chance, im kommenden Jahr zum vierten Mal den Titel-Hattrick zu schaffen (zweimal mit Chicago Bulls, einmal mit LA). Diese Aussicht verbessere die Chancen auf eine Rückkehr, so Jackson, der sich bis spätestens zum 24. Juni entschieden will.
Mit einer Jahresgage von 14 Millionen Dollar war der erfolgreichste Trainer des nordamerikanischen Profisports in dieser Saison auch der teuerste. «Phil Jackson ist jeden Preis wert», schrieb die Tageszeitung «Los Angeles Times». Am Geld werde es nicht liegen, betonte Jackson bereits. Vielmehr mache er seine Entscheidung von seiner Gesundheit abhängig. Jackson hat zwei künstliche Hüften und seit Jahren Probleme in beiden Knien.
«Ich habe ihm gesagt, lass uns in der nächsten Saison einen neuen Titel-Anlauf nehmen. Dies ist ein großartiges Team. Wir glauben an uns, vertrauen einander und Phil ist ein ganz wichtiger Teil», sagte Bryant. Der 31-Jährige hat wie Gasol und Ron Artest noch einen Vertrag bis 2014 bei den Lakers. Andrew Bynum und Lamar Odom sind bis 2013 gebunden. Die Chancen stehen gut, dass es im «LALA-Land» in den kommenden Jahren noch einige Parties und Paraden geben wird.