NBA: Finaler Showdown zwischen Lakers und Celtics
Los Angeles (dpa) - Finaler Showdown vor den Toren Hollywoods. Die Meisterschaft in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA wird in einem echten Endspiel entschieden.
Nachdem die Los Angeles Lakers den Matchball der Boston Celtics eindrucksvoll mit einem 89:67-Heimsieg abgewehrt haben und in der Endspielserie zum 3:3 ausglichen, stehen sich die Erzrivalen am 17. Juni zum Final Countdown im Staples Center gegenüber.
«Wir müssen mit der gleichen Entschlossenheit und Energie auftreten», forderte Lakers-Superstar Kobe Bryant unmittelbar nach dem Ende der einseitigen Partie. In der Celtics-Kabine steckten derweil die Profis ihre Köpfe zusammen und stimmten sich auf das wichtigste Spiel der Jahres ein. «Jetzt kommt es auf die mentale Stärke an - es ist das letzte Spiel der Saison, da gibt es keine Ausreden mehr. Ich bin nach wie vor selbstbewusst, aber wir müssen weitaus härter spielen», betonte Kapitän Paul Pierce.
Während in Los Angeles die 18 997 Zuschauer - unter ihnen Michelle Obama - gut gelaunt die Arena verließen, wurden zur selben Zeit rund um den Bostoner TD Bank-Garden die Absperrgitter eingesammelt. Diese hatte die Polizei für den Fall des Titelgewinns aufgestellt. Doch feiern konnten diesmal nur die Lakers und ihre Fans. Als Ron Artest mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf zum 76:51 das dritte Viertel beendet hatte, lehnte sich Edelfan Jack Nicholson endgültig entspannt in seinen Sitz in der ersten Reihe zurück.
«Zu dieser Zeit habe ich bereits ans nächste Spiel gedacht», so Celtics-Coach Doc Rivers. Die Partie war bereits bei der 51:31- Pausenführung der Gastgeber so gut wie entschieden. Los Angeles tat alles, um dem Erzfeind die Meisterfeier zu verderben und die Celtics spielten und vor allem warfen, als wäre ihnen der Titel total egal. «Wir hatten mehr Energie, unsere Defensive war gut, unser Rebound- Spiel noch besser», analysierte Trainer Phil Jackson.
Zwei Tage nach der «One-Man-Show» von Bryant (38 Punkte) bei der 86:92-Niederlage in Boston, präsentierten sich die Lakers diesmal als Mannschaft. Vor allem die Reservisten überzeugten und steuerten 15 Zähler zur Pausenführung bei. Bostons Bankspieler hingegen enttäuschten total, Nate Robinson gelangen in der 39. Minute die ersten Punkte eines Einwechslers - da lag sein Team aussichtslos mit 53:78 zurück. Zudem hatten die Lakers klare Vorteile bei den Rebounds (52:39). Dies lag auch am frühen Ausfall von Celtics-Center Kendrick Perkins. Der 2,08 Meter-Mann zog sich in der sechsten Minute eine Knieverletzung zu und droht auch für das siebte Spiel auszufallen.
Allerdings ist auch Lakers-Center Andrew Bynum aufgrund eines eingerissenen Meniskus nur bedingt einsatzfähig. «Es wird schwer für beide Teams. Aber wir sind beide dort, wo wir sein wollten», betont Rivers. Die Lakers hoffen auf ihren Heimvorteil und darauf, erneut ein Bollwerk in der Verteidigung aufbauen zu können. Die 67 Punkte der Celtics waren der zweitschlechteste Wert der Endspiel-Historie. Nur die Utah Jazz trafen 1998 bei der 54:96-Niederlage in der dritten Partie bei den Chicago Bulls noch weniger. Boston baut indes auf die glorreiche Geschichte im Showdown. Viermal ging es für die Celtics auswärts bei den Lakers um alles oder nichts geht - viermal kehrten sie mit der Meistertrophäe zurück nach Massachusetts.
NBA: Jackson bleibt Lakers-Trainer
Los Angeles (dpa) - Phil Jackson bleibt Basketball-Trainer beim NBA-Champion Los Angeles Lakers. Der 64 Jahre alte Erfolgscoach beendete alle Spekulation über seinen Rückzug.
«Ihr könnt auf mich zählen», sagte Jackson. «Nach einigen Wochen des Nachdenkens ist es Zeit, zurückzukehren und die Herausforderung anzunehmen, ein Team zusammenzustellen, das den Titel in der Saison 2010/20011 verteidigt.» Allerdings betonte er: «Es wird meine letzte Saison sein, und ich hoffe, es wird eine große.»
Jackson hatte vor zwei Wochen mit den Lakers die Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NBA gegen die Boston Celtics erfolgreich verteidigt. Danach ließ er es offen, ob er seine beispiellose Karriere fortsetzen würde. Der Coach gewann bislang elf NBA-Titel, fünf mit den Lakers, sechs mit den Chicago Bulls.
NBA: Matchball und Meisterträume in Massachusetts
Boston (dpa) - Matchball und Meisterträume in Massachusetts - Chaostage in Kalifornien: Den Boston Celtics fehlt nach dem verdienten 92:86-Heimsieg im fünften Finale der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA nur noch ein Erfolg zum 18. Titel.
Dagegen steht Titelverteidiger Los Angeles Lakers um Superstar Kobe Bryant mit dem Rücken zu Wand. «Wir liegen 2:3 zurück, fahren nach Hause, gewinnen das nächste Spiel und haben dann ein echtes Finale. So einfach ist das», flüchtete sich ein sichtlich wütender Bryant auf der Pressekonferenz in Zweckoptimismus.
Kobe und Co müssen am 14. Juni den ersten Matchball der Celtics im heimischen Staples-Center abwehren, um so einen siebten und entscheidenden Showdown ebenfalls in LA zu erzwingen. Doch Boston, das erstmals in der Endspielserie «best of seven» mit 3:2 führt, ist nach dem zweiten Sieg in Serie selbstbewusst. «Das wird eine Wahnsinns-Herausforderung, aber wir werden bereit sein. In dieser Saison haben wir auswärts immer unsere besten Spiele gemacht», betonte Celtics-Coach Doc Rivers.
Während sein Team mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zum wichtigen Heimsieg kam, gab es auf Seiten der Lakers eine «One-Man- Show» von Bryant. Der 31-Jährige drehte nach dem 39:45- Pausenrückstand richtig auf, warf und traf nach Belieben und hielt sein Team somit in der Partie. Bryant erzielte alleine im dritten Viertel 19 seiner insgesamt 38 Punkte, der Rest der Lakers kam in dieser Phase der Partie zusammen auf sieben Zähler.
«Er hat die schwierigsten Würfe, die ich je in meiner Karriere gesehen habe, reingemacht», sagte Celtics-Kapitän Paul Pierce beeindruckt. Trotzdem liefen die Lakers einem ständig wachsenden Rückstand hinterher, der zwischenzeitlich 13 Zähler betrug (58:71). «Die haben im dritten Viertel einen Korb nach dem anderen gemacht. Wir sind eigentlich defensiv ein starkes Team, aber wenn der Gegner 56 Prozent Trefferquote hat, kannst du nicht überleben», meinte Bryant.
Die Lakers zeigten ihr bislang schwächstes Spiel der Finalserie, trafen teilweise nur jeden dritten Wurf. Boston hingegen steigerte sich vor 18 624 euphorischen Zuschauern in einen Rausch und hatte zwischendurch eine Trefferquote von bis zu 70 Prozent. «Für uns war es die wichtigste Partie des Jahres. Wir wollten auf keinen Fall mit einem 2:3-Rückstand nach LA fliegen», so Pierce. Er war mit 27 Punkten treffsicherster Profi der Gastgeber und kann seine Celtics nun in seiner Heimatstadt LA zum Titel führen.
Wie vor zwei Jahren geht Boston mit einer 3:2-Führung ins sechste Finalspiel gegen die Lakers. 2008 hatten die Celtics jedoch Heimvorteil. Diesmal hingegen müssen sie beim Erzfeind bestehen. «Das wird das wohl härteste Spiel der Saison, vielleicht sogar das härteste in unserer Karriere», erklärte Kevin Garnett. Der 34-Jährige ist dennoch zuversichtlich, vor den Toren Hollywoods die Erfolgsgeschichte der «Grünen» um einen Titel zu erweitern. Als er die Pressekonferenz verließ, klopfte er kurz mit seiner rechten Hand auf den Tisch und machte mit dem Zeige- und dem Mittelfinger ein V - das Siegeszeichen.