Lakers gewinnen Final-Auftaktmatch mit 102:89
Los Angeles/Boston (dpa) - Die Hollywood-Stars hielten Hof - und die Los Angeles Lakers enttäuschten ihre Edelfans nicht. Der Titelverteidiger kam im ersten Finalspiel der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA zu einem verdienten 102:89-Heimsieg gegen Rekordmeister Boston Celtics.
Zum Auftakt der zwölften Endspiel-Serie zwischen den beiden Erzrivalen bekamen die Schauspiel-Größen wie Jack Nicholson, Sylvester Stallone und Dustin Hoffman sowie Star-Regisseur Steven Spielberg von den Lakers-Ballkünstlern jedoch keine Offensiv-Show geboten. Vielmehr war knallharte und effektive Defensiv-Arbeit angesagt.
«Wir wollten unseren Korb gut verteidigen und die Rebounds holen, beides ist uns gelungen», sagte Kobe Bryant. Der 31-Jährige setzte 3,6 Sekunden vor dem Ende mit einem Drei-Punkte-Wurf den Schlusspunkt unter das mit Spannung erwartete Auftaktmatch. Im Vorfeld hatte er noch betont, dass ihm die 92:131-Niederlage gegen die Celtics im letzten Spiel der Finalserie 2008 zwei Jahre lang auf dem Magen geschlagen habe und endlich die Gelegenheit gekommen sei, sich dafür zu revanchieren.
Der Superstar hielt Wort, war mit 30 Punkten bester Werfer des Abends - und traf vor allem, als die Lakers seine Zähler dringend nötig hatten. Celtics-Kapitän Paul Pierce, mit 24 Zählern Bostons bester Werfer, betonte, man müsse besser gegen Bryant verteidigen. Er habe sich viel zu wohlgefühlt, zu oft einfache Würfe bekommen.
Los Angeles präsentierte sich im Gegensatz zur verlorenen Finalserie 2008 körperlich weitaus stärker, vor allem in der Verteidigung. Dabei galt die Defensive immer als Bostons Plus. «Wir wussten, dass die Celtics hervorragend verteidigen können, aber wer hätte das von den Lakers gedacht», sagte Lakers-Legende Earvin «Magic» Johnson zur Halbzeit-Pause.
«LA war fantastisch und ganz klar physisch besser. Doch bei allem Lob für sie, wir haben keine Defensive gespielt, das war furchtbar. Und Los Angeles hat uns unterm Korb regelrecht gekillt», sagte Celtics-Coach Doc Rivers. Schon bis zum 6. Juni muss das Team von der Ostküste seine Lehren ziehen. Dann kommt es zum zweiten Duell im Staples Center.
In der ersten Partie hatte Los Angeles in Pau Gasol und Center Andrew Bynum am Brett klare Größenvorteile und nutzte diese konsequent aus. So lautete die Rebound-Bilanz 42:31 zugunsten der Lakers. Die Celtics konnten nur im Auftakt-Viertel mithalten und lagen lediglich zu Beginn der Partie kurz mit 2:0 vorn.
Als LA nach einer 50:41-Halbzeitführung im dritten Viertel auf 84:64 davonzog, war Boston geschlagen. «Das war wichtig, da konnten wir die Führung endlich ausbauen, nachdem wir lange immer neun, zehn, elf Punkte vorne waren», meinte Lakers-Trainer Phil Jackson. Seine persönliche Play-off-Bilanz verheißt nichts Gutes für die Celtics. In 19 Jahren hat Jackson noch nie eine «best fo seven»-Serie verloren, wenn sein Team im Auftaktmatch erfolgreich war. «Magic» Johnson hingegen redet trotz des wichtigen ersten Sieges noch nicht vom 16. Meistertitel. «Das wird eine lange und ausgeglichene Serie.»
Finale: Lakers legen gleich flott vor
Die Los Angeles Lakers haben das erste Finalspiel in der NBA gewonnen. Der Titelverteidiger kam am Donnerstagabend im heimischen Staples-Center zu einem verdienten 102:89-Sieg gegen die Boston Celtics und führt in der Serie "best of seven" mit 1:0 gegen den Finalgegner von 2008.
Nach einer 50:41-Pausenführung konnten sich die Lakers durch ein starkes drittes Viertel vorentscheidend auf 84:64 absetzen. Die Gastgeber überzeugten mit einer der besten Defensivleistungen der Saison und bereiteten der Bostoner Offensive somit jede Menge Probleme.
Mit harten Bandagen
Zudem konnten sich die Kalifornier einmal mehr auf ihren Ausnahmespieler Kobe Bryant verlassen, der mit 30 Punkten bester Werfer war. Der Spanier Pau Gasol kam auf 23 Zähler und holte zudem 14 Rebounds. Bostons Bester war Kapitän Paul Pierce mit 24 Punkten. Die Partie wurde sehr körperbetont geführt, Pierce und Ron Artest zogen bereits in der Anfangsminute technische Fouls. Das erste Viertel, das sich die Gastgeber mit 26:21 holten, verbuchte insgesamt 28 Fouls und 27 Freiwürfe.
Die Lakers zogen im zweiten Viertel mit einem starken Artest an und bauten die Führung auf 50:41 aus. Mit "Boston sucks"-Rufen begrüßte das ausverkaufte Haus die Gäste von der Ostküste zum dritten Viertel. Die Lakers kontrollierten die Partie weiterhin und mit einem genialen Zuspiel von Derek Fisher auf Kobe Bryant setzte der Lakers-Star per Alley-oop-Dunk ein Highlight zum 75:62. Erneut war es Artest, der 28 Sekunden vor Ablauf des Viertels mit einem Dreier den Schlusspunkt zum 84:64 setzte.
Spiel zwei wieder in LA
Das letzte Wort des Abend hatte allerdings Bryant, der 3,6 Sekunden vor Ablauf der Uhr mit einem Drei-Punkte-Sprungwurf die Niederlage der Celtics zum 102:89-Endstand amtlich machte. Die zweite Finalpartie wird am Sonntagabend (Ortszeit) wiederum in Los Angeles ausgetragen.